„Wir als Landwirtschaft sind eine echte Zukunftsbranche“

Sonnleitner bei der Eröffnungspressekonferenz der Internationalen Grünen Woche

„Ich freue mich, dass wir als Landwirtschaft, aber auch als gesamte Nahrungsmittel­kette einen richtig starken Auftritt auf der Grünen Woche haben.“ Dies sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, auf der Eröffnungspresse­konferenz der Internationalen Grünen Woche am 14. Januar 2009 in Berlin. Landwirtschaft habe in Deutschland eine hohe Bedeutung. Sie sei „der Nukleus der gesamten Produktions­kette für Nahrungsmittel“, hob der Bauernpräsident hervor. Die Landwirtschaft stehe für rund 4 Millionen Arbeitsplätze. Allein rund 9 Prozent aller Selbständigen in Deutschland seien in diesem Produktionsbereich tätig. Auch sei die Zahl der Erwerbstätigen in der deutschen Land- und Forstwirtschaft und Fischerei in 2007 um 2,1 Prozent gestiegen.
Exporte seien für die Landwirtschaft lebensnotwendig. „Wir erwirtschaften damit etwa 21 Prozent, also jeden fünften Euro unserer Verkaufserlöse“, betonte Sonnleitner. Es werde daher die Landwirtschaft hart treffen, wenn der Agrarexport von der weltweiten Rezession negativ beeinflusst werde. „Von der Politik fordern wir, dass sie uns hierbei mit verträglichen Wettbewerbsregeln unterstützt“, erklärte Sonnleitner.
Nach Aussage Sonnleitners hat die Landwirtschaft in den letzten Jahren kräftig investiert und gegenüber der Konkurrenz in Europa und Übersee zugelegt. „Das gilt für die tierische Veredlung, die Sonderkulturen und die Nachwachsenden Rohstoffe – doch sind wir auch mit 50 Millionen Tonnen Getreide ein bedeutendes Ackerbauland und bei Milch sind wir seit Jahr und Tag die Nummer Eins in Europa“, beschrieb der DBV-Präsident die beachtlichen Leistungen der Landwirte. Derzeit seien aber auch die Bauern durch die Finanzkrise und die daraus resultierende Wirtschaftsrezession gebeutelt. Letztendlich stünden aber die Chancen recht gut, „dass wir als deutsche Landwirtschaft im Verein mit der Ernährungswirtschaft weiterhin durchstarten können und dem Fiasko der Banken und der Automobilindustrie entkommen“, erklärte Sonnleitner. Lebensmittel würden auch in Wirtschaftskrisen „lebensnotwendig“ gebraucht.
Mit dem Rückzug des Staates aus den Agrarmärkten sowie den WTO-gemäß vereinbarten Marktöffnungen sei der bekannte „Schweinezyklus“ für alle Agrarprodukte zur Realität geworden. Nach Ansicht Sonnleitners erhält mit den extremen Preisausschlägen auf den Agrarmärkten und dem Gasstreit die „Versorgungssicherheit“ bei Nahrungsmitteln und Energie wieder einen völlig neuen Stellenwert. „Dabei bin ich aber nicht gegen eine stärkere Marktorientierung und nicht gegen größere unternehmerische Freiheit – zumal wir als deutsche Landwirtschaft die seitherigen Agrarreformen doch eher zu unserem Vorteil nutzten“, betonte Sonnleitner. Dennoch könne verantwortungsvolle Agrarpolitik nicht nur von Schönwetterzeiten ausgehen, sondern müsse sich auch für krisenhafte Märkte und einen „worst case“ Gestaltungsmöglichkeiten offenhalten, appellierte der DBV-Präsident.
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