Anbauverbot für MON 810-Mais in Deutschland muss jetzt folgen

BÖLW begrüßt die heutige Entscheidung des Umweltministerrates in Brüssel:

Berlin, 02.03.2009 Der EU-Umweltministerrat hat sich heute mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit für das Selbstbestimmungsrecht Ungarns und Österreichs beim Verbot des Anbaus von MON 810 ausgesprochen. „Damit ist die Kommission zum dritten Mal mit ihrem unsäglichen Versuch gescheitert, ein nationales Anbauverbot zu kippen, das durch wissenschaftliche Erkenntnisse gut begründet ist.“ sagte Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). „Wir freuen uns, dass Umweltminister Sigmar Gabriel auch die Stimme Deutschlands gegen den Kommissionsantrag eingesetzt hat.“

Dies sei eine richtige Entscheidung im Interesse der Umwelt, der Landwirte und der Verbraucher. Denn nun sei zu erwarten, dass auch bei der Abstimmung über die Anbauverbote in den anderen EU-Staaten – Frankreich, Polen und Griechenland – die Kommission unterliegen werde.

„Landwirtschaftministerin Ilse Aigner muss jetzt mit ihrer Ankündigung Ernst machen und die nötigen Schritte zum Verbot des Anbaus von MON 810 auch in Deutschland unternehmen.“, forderte Löwenstein. „Das darf aber nicht nach der Seehofer-Methode erfolgen, sondern muss rechtzeitig vor der Aussaat geschehen!“ Seehofer hatte 2007 den Anbau zwar kurzzeitig untersagt, was allerdings wirkungslos blieb, da das Verbot just ein paar Tage nach der Aussaat erfolgte.

Löwenstein erinnerte daran, dass die Zulassung von MON 810 schon seit zwei Jahren ausgelaufen sei. Die für Zulassungsfragen zuständige EU-Behörde EFSA soll nach dem Willen von Kommission und EU-Mitgliedsstaaten reformiert werden, da sie die Gen-Pflanzen nur unzureichend prüfe. Er appelliert an die Bundesregierung, vor diesem Hintergrund auch die jetzt anstehenden Zulassungen zweier neuer Gentechnik-Maissorten abzulehnen.

Dorit Gräbnitz //Öffentlichkeitsarbeit
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