BÖLW begrüßt die Initiative Hessens, Patente auf Pflanzen und Tiere zu verbieten

Die hessische Landesregierung hat eine Bundesratsinitiative zum Verbot von Patenten auf Tiere und Pflanzen gestartet. Der Vorsitzendes des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Dr. Felix Prinz zu Löwenstein erklärte dazu: „Hier wird ein äußerst wichtiger Schritt unternommen, um der schleichenden Enteignung von Bauern und Saatzüchtern entgegen zu treten.“ Er verwies darauf, dass in den letzten Monaten verstärkte Aktivitäten großer Konzerne zu beobachten seien, sich mit Patenten die Kontrolle über Rassen und Sorten zu verschaffen, die in der Landwirtschaft eine große Rolle spielen. So sei ein Patentantrag der Firma Monsanto auf Gene von Schweinen anhängig, die sich in ganz normalen Hausschwein-Rassen wieder finden. Ein weiteres Beispiel sei ein Patentantrag auf Broccoli-Gene.

„Es ist höchste Zeit, dass sich die Politik gegen die Biopatentrichtlinie der EU-Kommission in ihrer jetzigen Formulierung wendet, denn sie hat dem Patentmissbrauch Tür und Tor geöffnet!“ ergänzt Löwenstein. „Wir werden diese Initiative deshalb unterstützen, wo wir können.“

Löwenstein wies darauf hin, dass gentechnische Veränderungen von Pflanzen für denselben Zweck gebraucht werden: „Bauern und Züchtern wird die Verfügungsgewalt über ihr Saatgut entzogen. Die Forderung des hessischen Antrages muss sich deshalb auch auf das Patentieren von Gentechnik-Pflanzen erstrecken.“ Die ethischen und wirtschaftspolitischen Begründungen des Antrags seien völlig berechtigt, träfen aber für Gentechnik-Patente gleichermaßen zu.

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